Die Gruppe nennt sich Guardianes del Gato Andino del Cajón del Maipo — Bergsteiger und Anwohner, die zehn Fotofallen betreuen. Ihr Gegenstand ist die Andenkatze, Leopardus jacobita, ein Tier, das die Wissenschaft lange fast nur aus Museumsbälgen kannte. Ein Naturforscher dokumentierte die Art in Chile 1891. Bis zur ersten fotografischen Bestätigung im Land vergingen 123 Jahre: 2014, in Valle Nevado.
Die Seltenheit ist kein Zufall der Beobachtung, sondern die Sache selbst. Veröffentlichte Studien berichten Nachweisraten, bei denen ein einziger bestätigter Fund tausende Kamerafallen-Nächte kosten kann. Genau deshalb liefern kleine, immer wieder gewartete Kameraarrays wie dieses Daten, die große einmalige Erhebungen verfehlen.
Und die Daten sagen etwas Unerwartetes. Nicht nur die Hochlagen zählen, sondern auch tiefer gelegene Täler wie Las Arenas. Sie wirken als biologische Korridore, die genetische Isolation verhindern, und sie tragen die Feuchtgebietsvegetation, von der die Bergviscachas leben — die Hauptbeute der Katze. Ein Tier, das man für einen Bewohner der Gipfel hielt, braucht die Talböden.
Am schwierigsten ist die Unterscheidung von der häufigeren Pampaskatze, die dieselben Felshänge bewohnt und auf Fotofallenbildern leicht zu verwechseln ist. Das sichere Merkmal ist der Schwanz: dick, geringelt mit sechs bis neun dunklen Bändern, tief getragen und auf dem Fels als Gegengewicht benutzt. Beobachter haben die Tiere in den Abendstunden gesehen, die langen, buschigen Schwänze hinter sich her.
2022 fanden Bergsteiger bei Plutón La Gloria ein erwachsenes Paar mit zwei Jungtieren.
Die Freiwilligen stehen nicht allein. Rodrigo Villalobos, Tierarzt und Direktor der NGO Seeking the Andean Wild Cats, schult sie; Nicolás Lagos koordiniert die Alianza Gato Andino für Chile. Für die Öffentlichkeit baut die Gruppe katzenförmige Lehrtafeln. Und die Bürgerkampagne Queremos Tupungato unter Pilar Delpiano arbeitet seit sieben Jahren an derselben Frage.
Denn in den Becken von Olivares und Colorado oberhalb des Cajón del Maipo gibt es eine konkurrierende Nutzung. Anglo Americans Los Bronces und die División Andina von Codelco arbeiten in diesem Andenabschnitt, in Gelände mit Blockgletschern und Permafrost. Das Wasser dieser Einzugsgebiete speist das Maipo-System, aus dem Santiago den größten Teil seines Trinkwassers bezieht.
Die Messdaten der zehn Kameras stützen den Vorschlag, dort ein Schutzgebiet für Mehrfachnutzung auszuweisen. Das Dekret wurde im März 2026 beim Rechnungshof zurückgezogen und im Mai erneut eingereicht. Bis dahin bleibt die Arbeit dieselbe: hinaufsteigen, Batterien wechseln, absteigen.