Die Premiere fand während des Fakaapo-Tuvalu-Kunstfestivals statt. Der Film trägt den Titel The Stolen Laevans of Tuvalu: The Peruvian Slavery Nightmare und ist eine Koproduktion der University of Fiji mit dem Kaupule von Nukulaelae, entstanden im Rahmen des Dokumentarfilmkurses des Studiengangs für Journalismus und Medienwissenschaft.

Was er erzählt, begann mit einer Täuschung. Zeitgenössische Berichte beschreiben, dass die Mannschaften der peruanischen Schiffe — darunter die Rosa y Carmen — an Land kamen und sich als Männer der Mission ausgaben. Sie luden die Inselbewohner an Bord ein. Unter Deck wurden diese eingesperrt. Zwei Jahre zuvor war Elekana, ein Cook-Insulaner, mit seinem Kanu nach Nukulaelae abgetrieben worden und hatte dort die erste christliche Gemeinde Tuvalus gegründet; das Vertrauen, das er hinterlassen hatte, wurde zur Falle.

Die Verschleppten gruben auf den Chincha-Inseln jahrhundertealten Vogelkot aus, der als Dünger nach Europa und in die Vereinigten Staaten verschifft wurde. Die Ablagerungen waren stellenweise zehner Meter tief, der Staub griff die Atemwege an. Fast niemand kehrte zurück. Peru ordnete 1863 nach diplomatischem Druck die Rückführung an, doch Pocken und Ruhr töteten viele auf den Heimfahrten, und manche Schiffe trugen die Krankheiten auf die Inseln, an denen sie Überlebende absetzten.

Der Film bleibt nicht im 19. Jahrhundert. Er verfolgt die Generationen, die danach kamen, und verbindet ihre Widerstandskraft mit dem, was heute vor der Tür steht: steigende Meere, ein Atoll, dessen höchste natürliche Erhebung unter fünf Metern liegt.

Tuvalus Premierminister Feleti Teo nannte die Arbeit „eine kraftvolle Erinnerung an das Unrecht und die Ungerechtigkeiten, denen unser Volk ausgesetzt war". Vizekanzlerin Shaista Shameem sagte, der Film sei für ein breiteres internationales Publikum gemacht worden. Die Fidschi-Premiere ist für September 2026 angesetzt, danach soll der Film auf internationale Festivals gehen.

Die Universität beschreibt das Ziel schlicht: ein Kapitel tuvaluischer und pazifischer Geschichte bewahren und zu den laufenden Gesprächen über Wiedergutmachung beitragen. In Fangaua, dem Hauptort des Atolls, ist dieses Kapitel nun ansehbar.