Man spürt in den Worten von Jonas Woolford keine Reue über das Ende der pastoralen Familientradition, sondern die stille Genugtuung eines Mannes, der seine Heimat endlich atmen sieht. Seit seine Eltern Peter und Pamela Woolford die Insel im Jahr 1979 erwarben, war das Land ein Ort der Arbeit und der Wolle. Doch über zwei Jahrzehnte hinweg reifte in Jonas der Entschluss, das ökologische Uhrwerk dieses isolierten Eilands in der Großen Australischen Bucht neu zu justieren.
In einer ungewöhnlichen Allianz zwischen der Familie Woolford und staatlichen Naturschutzbehörden wurde ein Plan gefasst, der in seiner Konsequenz radikal war. Es galt, die Insel nicht nur zu schützen, sondern sie von allem Fremden zu befreien, das die heimische Flora und Fauna über zwei Jahrhunderte lang verdrängt hatte.
Während der entscheidenden Monate im Jahr 2025 herrschte eine eigentümliche Stille auf der Insel. Wo einst Schafschur-Geräusche den Takt angaben, flogen nun Hubschrauber in präzisen Rastern über das Gelände. Nachts suchten Wärmebild-Drohnen die Küstenlinien nach den letzten verbliebenen Jägern ab. Spezialisten aus Neuseeland und Tasmanien arbeiteten mit chirurgischer Präzision daran, jede Spur von Katzen und Nagetieren zu tilgen. Die Ökologin Liz McTaggart, die das Projekt leitete, sprach von einer vollständigen „Fünf-Arten-Eradikation“ – ein Kraftakt, der die Insel in ihren Urzustand zurückversetzte.
Heute gehört die Insel wieder den weißen Seeadlern und dem langsamen Wachstum der Kasuarinen. Wo früher Schafe die Erde verdichteten, regeneriert sich nun das Gebüsch der Küstengänseblümchen. Es ist ein Ort geworden, an dem das Streifen-Hasenkänguru, das auf dem Festland längst verloren ist, bald wieder einen sicheren Boden unter den Pfoten finden wird. Wenn Jonas Woolford heute über die Klippen blickt, sieht er nicht mehr nur das Erbe seiner Eltern, sondern eine Zukunft, die ganz ohne Zäune auskommt.