Noch vor kurzem unterrichtete die 24-Jährige an der Sacred Heart Primary School im Landkreis Magwi. Dort fielen ihr vor allem jene Kinder auf, die nicht da waren. Die Stühle blieben leer, weil es niemanden gab, der die Sprache der Gehörlosen beherrschte oder die Finger über die erhabenen Punkte der Blindenschrift führen konnte. Die Kinder blieben zu Hause, nicht aus Mangel an Klugheit, sondern weil die Türen der Schulen für ihre besonderen Bedürfnisse keine Klinken hatten. Beatrice erkannte, dass nicht die Behinderung das Hindernis war, sondern das Unvermögen der Lehrenden, eine gemeinsame Sprache zu finden.
In einem neunmonatigen Programm, das von Organisationen wie Light for the World getragen und durch den Fonds Education Cannot Wait ermöglicht wird, erlernt sie nun das Handwerk der Inklusion. Es geht um mehr als Pädagogik; es geht um die Rückgabe der Würde an eine Generation, die in den Wirren des jungen Staates oft vergessen wurde. Das Ziel ist ehrgeizig: Rund 135.000 Lernende, darunter viele Rückkehrer und Binnenvertriebene, sollen durch Lehrer wie Beatrice endlich einen Platz in der Gemeinschaft finden.
Die Herausforderung ist gewaltig in einem Land, in dem bisher nur ein Bruchteil der Schulen über Rampen oder angepasste Lehrmaterialien verfügt. Oft müssen die Lehrer auf schwere, mechanische Perkins-Brailler-Maschinen zurückgreifen, deren metallisches Klacken den Takt für eine neue Ära der Bildung vorgibt. Beatrice und ihre Kollegen arbeiten zudem an der Standardisierung der südsudanesischen Gebärdensprache, die regionale Eigenheiten – etwa spezielle Zeichen für die Rinderhaltung – bewahrt und sich bewusst von den Einflüssen der Nachbarstaaten abgrenzt.
Wenn Beatrice heute vor ihrer Klasse steht, ist die Unsicherheit früherer Tage verschwunden. Sie weiß nun, dass ein Kind, das nicht hört oder nicht sieht, nicht verloren ist, solange es jemanden gibt, der bereit ist, seine Welt zu verstehen. Es ist diese stille Entschlossenheit in ihren Bewegungen, die zeigt, dass Bildung dort beginnt, wo ein Mensch dem anderen die Hand reicht – nicht nur zum Gruß, sondern als Werkzeug des Verstehens.