Ng.M.Đ kam mit beidseitigem angeborenem Klumpfuß zur Welt. Wer damit aufwächst und unbehandelt bleibt, geht auf dem äußeren Fußrand oder dem Fußrücken; dort, wo keine Schwielen hingehören, bilden sie sich. Er hinkte zwanzig Jahre lang.

Bei Säuglingen genügt meist die Ponseti-Methode: wöchentliche Gipsverbände, ein kleiner Schnitt an der Achillessehne, danach eine Schiene. Kein offener Eingriff, kein Krankenhausaufenthalt. Doch mit dem Ende des Knochenwachstums hat sich das Skelett um die Fehlstellung herum geformt — dann bleibt nur die aufwendige Korrektur.

Die Chirurgen verlängerten zusätzlich die Sehne des langen Großzehenbeugers und die hintere Schienbeinsehne um je rund drei Zentimeter. Die eine hält die große Zehe gekrallt, die andere dreht den Fuß nach innen. Sie entfernten die verkürzte Fußsohlenmuskulatur, deckten einen Hautdefekt von etwa zwei Zentimetern mit einem Gewebelappen und legten einen äußeren Fixateur durch Schienbein und Fußknochen an.

Am 4. September verließ er das Krankenhaus. Er ging gleichmäßig, im Gleichgewicht, und seine Fersen trafen den Boden — zum ersten Mal, seit er laufen kann.

Bắc Trạch liegt etwa 190 Kilometer nördlich von Huế an der Nationalstraße 1. Jedes Jahr werden weltweit 150.000 bis 200.000 Kinder mit Klumpfuß geboren, rund achtzig Prozent davon in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die meisten könnten als Säuglinge mit Gips und Schiene behandelt werden. Dieser junge Mann musste zwanzig Jahre warten — und drei Ärzte in Huế holten nach, was in seiner Kindheit ausgeblieben war.