Es ist die pragmatische Antwort eines Mannes, der die Wirklichkeit seines Landes genau kennt. In den Städten wie Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt bilden die Zweiräder einen fast lückenlosen Strom; über 72 Millionen dieser Maschinen sind im Land registriert. Für die meisten Besitzer ist das Motorrad kein Luxusgut, sondern die Existenzgrundlage. Anstatt den vollständigen Ersatz dieser Flotte durch teure Elektrofahrzeuge zu fordern, suchte Ga nach einer Lösung, die das Bestehende bewahrt und dennoch verändert.
Das von seinem Team entwickelte System ist ein Hybridmodul, das den Verbrennungsmotor nicht ersetzt, sondern ergänzt. Es nutzt Bioethanol, das in Vietnam aus Maniokwurzeln und Zuckerrohrmelasse gewonnen wird, in Kombination mit Wasserstoff. Wenn Ga den Starter drückt, vermischt sich der süßliche Geruch des pflanzlichen Kraftstoffs mit der unsichtbaren Reinheit des Wasserstoffs. Das Ergebnis ist eine Verbrennung, die kaum noch Rückstände hinterlässt.
Die Bedeutung dieser Arbeit reicht über die Stadtgrenzen hinaus. Ga hat das Prinzip skaliert und eine modulare Energieeinheit entworfen, die ländliche Kooperativen mit Strom versorgen kann. Wo bisher Dieselgeneratoren lärmten, tritt nun ein System an deren Stelle, das mit lokal produziertem grünem Wasserstoff betrieben wird. Es ist eine Technologie der Brücken, die den technologischen Sprung für bäuerliche Gemeinschaften finanzierbar macht.
In der Stille des Labors, fernab der Ministerien, hat der Ingenieur eine Form der ökologischen Vernunft gefunden. Er wartet nicht auf die perfekte Infrastruktur von morgen, sondern modifiziert die Mechanik von heute. Es ist der Versuch, den Fortschritt so zu gestalten, dass er niemanden zurücklässt, der auf zwei Rädern seinen Lebensunterhalt verdient.