Das Projekt heißt RoboCore Zambia. Es ist eine Robotik-Plattform, die in Sambia entwickelt wurde und so wenig kostet, dass Schulen im Land sie sich leisten können. Schülerinnen und Schüler sollen damit bauen, verdrahten und ausprobieren können, statt nur zuzusehen. Beim Graduation and Pitch Day der Pan-African Yango Fellowship in Abidjan erhielt Mwepu dafür die Auszeichnung „Best Individual Project“.
Mwepu beschreibt sein Vorhaben ohne Umwege, und er beginnt bei sich selbst.
Er entwickelte die Plattform in den zwölf Wochen des Programms. Das Stipendium brachte 24 junge Entwicklerinnen und Entwickler aus sechs afrikanischen Ländern zusammen, mit einer Vorgabe: Technik, die in den eigenen Gemeinschaften verwurzelt ist. Am Ende stand der Auftritt in Abidjan.
Mwepus Weg führte von der Chinika Secondary School an die Copperbelt University in Kitwe, wo er einen Bachelor of Science erwarb. Die Universität liegt mitten in der Kupferprovinz, aus der der größte Teil jenes Metalls stammt, das rund siebzig Prozent der sambischen Exporterlöse ausmacht. Das Innovationszentrum der Hochschule, an dem Mwepu mitgearbeitet hat, trägt den Namen Mukuba UniPod. Mukuba ist das Wort für Kupfer in der Sprache Bemba. Dort stehen 3D-Drucker und Elektronik-Werkbänke, an denen Studierende Prototypen bauen, also genau die Art von Werkzeug, die dem Jungen Mwepu gefehlt hatte.
Seine Liste an Stationen zeigt, dass ihn die Frage nach dem Zugang zu Technik schon lange beschäftigt. Er hat mit FIRST gearbeitet, der amerikanischen Organisation, die Robotik-Wettbewerbe für Schulkinder ausrichtet, mit Africa Code Week, dem Asikana Network, den American Spaces, der Junior Medical Academy und Genius Education Zambia.
Das Preisgeld ist bescheiden, die Idee dahinter nicht. Mwepu möchte, dass ein Kind in Sambia einen Motor, einen Sensor oder eine Platine selbst in die Hand nehmen kann und nicht darauf warten muss, dass jemand anderes es ihm zeigt.
„Praktische Werkzeuge für Naturwissenschaft und Technik kannte ich als Kind nur aus Videos. RoboCore Zambia soll diese Lücke schließen, damit der nächste Schüler, der etwas bauen will, nicht auf die Chance warten muss, die ich beinahe nicht bekommen hätte.“