Die Zyste stammt von Echinococcus granulosus, einem Bandwurm von drei bis sechs Millimetern Länge, dessen eigentlicher Wirt der Hund ist, nicht das Schaf. Hunde scheiden die Eier aus, nachdem sie infizierte Innereien gefressen haben; der Mensch nimmt sie über Hände, Wasser oder Gemüse auf und wird zur Sackgasse für den Parasiten. Rund 70 Prozent der Zysten wachsen in der Leber, etwa 20 Prozent in der Lunge. Sie wachsen langsam, ein bis fünf Zentimeter im Jahr, und bleiben oft ein Jahrzehnt lang unbemerkt, bis sie auf ein Nachbarorgan drücken oder zufällig im Ultraschall auftauchen.
Das eigentliche Problem jeder solchen Operation ist der Inhalt. In einer einzigen Zyste können Hunderttausende Protoscolices schwimmen — Chirurgen nennen das Sediment Hydatidensand —, und jeder einzelne kann in der Bauchhöhle eine neue Zyste ansiedeln. Läuft Flüssigkeit aus, droht zudem ein anaphylaktischer Schock. Deshalb polstert man das Operationsfeld mit Tüchern, die in hypertoner Kochsalzlösung getränkt sind, saugt die Zyste ab, bevor man sie öffnet, und gibt vor und nach dem Eingriff Albendazol.
Genau diese Sicherheitsschritte lassen sich durch enge Zugänge schwerer garantieren. Der minimalinvasive Weg setzte sich bei dieser Erkrankung darum spät durch; die ersten veröffentlichten Fallserien stammen aus den Jahren 1994 und 1995. Später entwickelte der indische Chirurg C. Palanivelu in Coimbatore ein eigenes Trokar-System, mit dem die Zyste punktiert, entleert und ihre Membranen durch einen abgedichteten Kanal herausgezogen werden können.
Irbid ist nach Amman das bevölkerungsreichste Gouvernement Jordaniens, mit über zwei Millionen Einwohnern und ausgedehnter Kleinviehhaltung im nördlichen Bergland. Das Prinzessin-Basma-Krankenhaus gehört dem Gesundheitsministerium und ist eines der wichtigsten öffentlichen Zentren der Region; in derselben Stadt forschen die Medizin- und Veterinärfakultäten der Jordan University of Science and Technology seit Jahren zu genau dieser Krankheit in Herden und in Patienten.
Krankenhausdirektor Dr. Walid Al-Halabi hob hervor, was für die Frau zählte: weniger Schmerzen, eine schnellere Genesung als nach einem offenen Eingriff. Die WHO führt die zystische Echinokokkose als vernachlässigte Tropenkrankheit. Für die Patientin in Irbid bedeutete sie ein paar kleine Narben statt einer langen.