Der Weg dorthin war nicht selbstverständlich. Ndeda kennt die Arbeitslosigkeit, und er kennt die Blicke, die jungen Rastafari in Kenia auf dem Arbeitsmarkt begegnen. Die Dreadlocks, Zeichen ihres Glaubens, haben Rastafari hier bis vor Gericht gebracht: 2019 musste der High Court in Nairobi eine öffentliche Schule in Kibera anweisen, einen Schüler mit Dreadlocks aufzunehmen. Die Pflanzen in den Plastikbehältern sind für Ndeda deshalb beides, Einkommen und Antwort.

Er ist nicht allein. Mophat Minishi leitet Penda Mama Earth, eine Gruppe, die Plastikmüll in Pflanzgefäße verwandelt. An der Grenze zwischen Lang'ata und Kibera bewirtschaftet sie ein Feld von einem halben Acre. Dort wachsen einheimische Pflanzen und Kuhbohnen, deren Blätter in Kenia als Gemüse gekocht werden, kunde genannt. Die Bohne bindet Stickstoff aus der Luft im Boden und gedeiht deshalb auch dort, wo die Erde karg ist. Seit das Feld blüht, sagt Minishi, sind die Bienen zurückgekehrt.

Aus der Arbeit ist ein kleines Netz geworden. Der Heilkräuterladen der Gruppe bedient jede Woche mehr als 100 Kundinnen und Kunden. Einmal im Monat kommen über 50 Familien zu Besuchen, bei denen es um Umwelt und Pflanzen geht, und die Mitglieder haben Aufräumaktionen im Viertel organisiert. Samstags leitet Ras Ng'ang'a Njuguna den Gottesdienst im Rastafari-Tempel in Makina, einem Teil von Kibera; Glaube und Garten gehören hier zusammen. Minishi wurde vor kurzem zum Koordinator für Ökotourismus der Family Forest Association ernannt. Seit 2025 arbeitet die Gruppe mit Impact Steps zusammen, einer chinesischen Organisation unter der Leitung von Molly Yang.

Was fehlt, ist Wasser. In der Trockenzeit versiegen die Quellen, und die Gruppe muss das Wasser für ihre Beete kaufen. In den informellen Siedlungen Nairobis bedeutet das oft den 20-Liter-Kanister vom Kiosk, und pro Liter zahlen die Menschen dort häufig mehr als Haushalte mit Leitungsanschluss in den wohlhabenden Vierteln. Auch Geld ist knapp, und an der Ausgrenzung junger Rastafari auf dem Arbeitsmarkt hat sich wenig geändert.

Kibera liegt am Rand des Ngong Road Forest, und sein Name geht der Überlieferung nach auf das nubische Wort kibra zurück: Wald. Nickson Ndeda holt ihn Behälter für Behälter zurück.