Gesucht hatte sie schon lange. Vor etwa vier Jahren hörte die Familie von einem früheren Fund in der Gegend, einem Fußabdruck und Knochen eines Moa. Seitdem suchten sie den Strand ab. Was Yates dann an mehreren Tagen hintereinander fand, erkannte sie an der porösen Oberfläche, die anders aussah als Holz, und an Abnutzungsspuren, die nicht zu Kuh- oder Schafsknochen passten. Die Fachleute des South Canterbury Museum bestätigten ihr Urteil: Die Knochen stammen vom Moa, dem flugunfähigen Riesenvogel Neuseelands.
Inzwischen hat die Familie etwa einen halben Eimer gesammelt. Manche Stücke sind groß und unversehrt, womit Yates nicht gerechnet hatte.
Die Knochen weichen jetzt in der Küche der Familie in Wasser ein. Gereinigt werden sie gemeinsam, eine Stunde lang, nur mit klarem Wasser, so wie das Meer sie am Strand gewaschen hätte. Aus der Suche ist eine Beschäftigung für die ganze Familie geworden.
Die deutlichsten Stücke gehen an das Museum. Aus dem Bruchstück eines Fußknochens soll dort ein digitales, lebensgroßes Modell für die Besucher entstehen. Einige größere Knochen möchte die Familie vielleicht behalten und zusammensetzen. Die kleinsten Splitter kommen in Probengläser, für den Kindergarten und die Schule ihrer Tochter.
Die Datierung von Museumsdirektor Philip Howe führt weit in die Vergangenheit zurück, in das späte Pleistozän. Zu dieser Zeit hatte noch kein Mensch Neuseeland betreten. Die Vögel, deren Knochen jetzt in einer Küche in Timaru liegen, lebten Zehntausende Jahre, bevor die ersten Siedler kamen. Nach der Besiedlung verschwanden die Moa innerhalb weniger Generationen. Anders als Emus oder Kiwis hatten sie keinerlei Flügelknochen, nicht einmal verkümmerte.
Der Paläontologe Hamish Campbell erwartet weitere Funde. „Viele Menschen wissen nicht, worüber sie gehen“, sagt er.
In der Gegend kennt man das schon. 2022 fand man im nahen Pareora die ersten Moa-Fußabdrücke Canterburys. Als 3D-Drucke sind sie heute auf einem Spielplatz an der Caroline Bay zu sehen, wo Kinder in die Spuren der Vögel treten. Bald wird im Museum auch ein Fuß aus St Andrews zu sehen sein, gefunden von einer Frau, die beim Gehen auf den Boden schaut.