Angefangen hat alles mit einem Verlust. Im Oktober 2017, während der Sturmwinde des Ex-Hurrikans Ophelia, erreichte das Feuer den Gemeinschaftswald von Vincios und vernichtete rund 80 Prozent der mehr als 600 Hektar. In Chandebrito, einem Weiler der Nachbargemeinde Nigrán, starben zwei Frauen. Danach stellte sich die Gemeinschaft eine unbequeme Frage: Wer macht die Arbeit, die früher Menschen gemacht haben — das Freihalten der Hänge?

Die Antwort war: Tiere. Taboada sagt, sie fräßen, was der Berg hergibt — Stechginster, Brombeeren, die Schößlinge der eingeschleppten Akazie, also genau jenes Material, das ein Feuer schnell macht. Auf einer Versuchsfläche von 40 Hektar blieb der beweidete Boden frei, während die ungeweidete Kontrollfläche rasch wieder dichtes Buschwerk trug. Nebenbei fanden die Forscher etwas, das niemand gesucht hatte: Die Hufabdrücke der Rinder verbesserten das Versickern des Regenwassers in die unterirdischen Grundwasserleiter.

Der Boden, über den die Tiere gehen, gehört niemandem allein. Vincios ist ein monte veciñal en man común, galicischer Gemeinschaftsbesitz: Er gehört den Haushalten der Parroquia, ist unteilbar, unveräußerlich und nicht pfändbar. Rund 3.300 solcher Gemeinschaften bewirtschaften in Galicien etwa 665.000 Hektar, fast ein Viertel der Region. Auf demselben Hang, an dem die Kühe weiden, liegen die Felszeichnungen von Auga da Laxe — Kreise, Spiralen und Wellenlinien, vor etwa 3.000 Jahren in den Granit geschlagen.

Auch die Kuh selbst ist ein Rückkehrer. Die Cachena, eine der fünf kastanienbraunen Morenas Galegas, war 1991 auf rund 150 Tiere in den Hügeln von Olelas zusammengeschrumpft. Heute führt der Zuchtverband 4.284 registrierte Tiere auf etwa 150 Betrieben, davon 2.891 Mutterkühe — noch immer unter der Schwelle von 5.000 weiblichen Tieren, ab der eine Rinderrasse nicht mehr als gefährdet gilt.

Die Halsbänder kommen aus Batnfjordsøra in Norwegen, von einer Firma, die ein Ziegenbauer 2011 gegründet hat. In Vincios begann man im Mai 2024 mit fünf Kühen. Im Juli 2025 brannte wieder ein Teil des Berges, fünf Hubschrauber flogen an. Die Methode hat sich seither in andere galicische Gemeinschaften ausgebreitet, nach Vilamor und Sobredo im O Courel, vier Jahre nach den Feuern auch dort.