Es war in den achtziger Jahren, als Worthy die Höhle auf dem Land der Familie Clayton-Greene zum ersten Mal betrat und ihr wegen der dort gefundenen Schalenreste den Namen Moa Eggshell Cave gab. Jahrzehnte später kehrte er mit seinem Team zurück, um tiefer zu graben, unter die Oberfläche des vertrauten Wissens. In den Sedimentschichten, fest umschlossen wie in einem steinernen Archiv, fanden die Forscher eine Sammlung von Fossilien, die älter ist als alles, was bisher auf der Nordinsel Neuseelands geborgen wurde.

Die Datierung dieses Fundes verdanken die Wissenschaftler der gewaltigen Zerstörungskraft der Erde selbst. Die Knochen lagen eingebettet zwischen zwei Schichten vulkanischer Asche – die untere von einem Ausbruch vor 1,55 Millionen Jahren, die obere von einer Eruption vor genau einer Million Jahren. Diese grauen Bänder aus Staub wirkten wie die Buchdeckel einer vergessenen Chronik, die zwölf Vogelarten und vier Froschartarten für die Gegenwart konserviert hat.

Das Herzstück der Grabung ist ein Wesen, das Worthy und Paul Scofield als Strigops insulaborealis beschrieben haben. Es ist ein Vorfahre des heutigen Kākāpō, jenes charismatischen, flugunfähigen Papageien, der heute mühsam vor dem Aussterben bewahrt wird. Doch das Skelett aus der Tiefe erzählt eine andere Geschichte: Seine Beinknochen waren graziler, seine Flügelansätze kräftiger. Dieser Ur-Kākāpō war kein Gefangener des Waldbodens; er besaß noch die Freiheit des Fluges.

Die Funde, zu denen auch eine ausgestorbene Taube und ein Vorfahre der Takahē-Ralle gehören, belegen, wie sehr die Tierwelt Neuseelands durch Supervulkane und klimatische Umbrüche geformt wurde, lange bevor der erste Mensch seinen Fuß auf die Inseln setzte. Als Geste der Verbundenheit mit dem Ort benannten die Forscher eine der entdeckten Arten nach der Familie Clayton-Greene, die das Land bei Te Anga Road seit über einem Jahrhundert hütet. Die Knochen werden nun im Waitomo Museum verwahrt, wo sie, dem Vergessen entrissen, von einer Welt berichten, in der die Flügel der Papageien noch den Wind kannten.