Fayaz forscht als Doktorand der Wildtierwissenschaften an der SKUAST-Kashmir. Er untersucht, wie sich der Kaschmirschnäpper in den gemäßigten Wäldern der Region fortpflanzt, in Höhen zwischen 1.800 und 2.700 Metern. Nach seinen Worten wird dieses lange Zusammenbleiben bei der Art nur selten beobachtet. Betreut wird die Arbeit von Professor Khursheed Ahmad. Er selbst erforscht, welche Wälder der Vogel bevorzugt.

Die Antwort ist eindeutig: Der Kaschmirschnäpper braucht alte Wälder mit einem dichten Kronendach und reichem Unterholz. Das Männchen ist dort gut zu erkennen. Kehle und Brust leuchten orange, Kopf und Rücken sind dunkel. Das Weibchen trägt weit weniger Farbe und ist an der Unterseite nur blass rosa. Der ganze Vogel misst gerade dreizehn Zentimeter.

Wo er einmal Fuß gefasst hat, dort bleibt er. Der Wildtierbiologe Shashank Dalvi sah einzelne Tiere über mehrere Jahre hinweg in genau denselben Revieren. Auch im Winterquartier in Sri Lanka verteidigt jeder Vogel sein eigenes Revier und kehrt jeden Tag an dieselbe Stelle zurück.

Im September verlässt der Vogel die Brutgebiete. Er überwintert in den Westghats, rund um Ooty im Süden Indiens und in den Hügeln Sri Lankas. Dort taucht er in Hausgärten, auf Feldern und an Waldrändern auf, zum Beispiel im Victoria Park von Nuwara Eliya. Ende März beginnt der Rückflug nach Norden. Was dazwischen geschieht, ist allerdings kaum bekannt. Der Ökologe Ashwin Viswanathan von Bird Count India sagt, dass die Zugrouten und die Rastplätze bis heute weitgehend ein Rätsel sind.

Lange galt der Vogel gar nicht als eigene Art. Erst beschrieben ihn Ornithologen 1934, danach führte man ihn viele Jahre als Unterart des Zwergschnäppers. Heute steht er als eigene Art auf der Roten Liste und gilt als gefährdet. Seine Brutwälder auf der indischen und der pakistanischen Seite des Himalaya zerfallen in immer kleinere Stücke. Bäume werden für den Holzhandel gefällt, Flächen für die Landwirtschaft gerodet, und Vieh weidet im Unterholz.

Intesar Suhail, Wildhüter für Nordkaschmir, fordert deshalb genauere Studien. Sie sollen zeigen, ob und wie sich das Brutverhalten des Vogels über die Jahre verändert. Die Forschenden sehen dabei auch eine Chance: Der Kaschmirschnäpper wird früh geschlechtsreif, und das könnte seinem Bestand künftig spürbar helfen. Voraussetzung ist, dass die Wälder bleiben, in denen die Jungen einen Monat lang bei ihren Eltern ausharren.