Der Bruch, den Bharat Ram erlitten hatte, ist tückischer, als er klingt. Die Blutgefäße, die den Hüftkopf versorgen, laufen den Schenkelhals hinauf; reißt der Knochen dort auseinander, reißen sie mit. Der Kopf stirbt dann oft ab, auch wenn man die Bruchstücke sorgfältig wieder zusammenschraubt. Deshalb ersetzt man ihn lieber ganz.

Dr. Ravi Amrit entschied sich für eine bipolare Hemiarthroplastik: Kopf und Hals kommen heraus, die eigene Gelenkpfanne des Patienten bleibt, und im Inneren des künstlichen Kopfes sitzt ein zweites Gleitlager, sodass ein Teil der Bewegung in der Prothese selbst stattfindet und nicht am Knorpel. Die Narkose führte Dr. Amaresh Kumar. Die Operation verlief ohne Komplikationen, der Patient erholt sich.

Bei solchen Brüchen zählt vor allem die Zeit. Wer lange unbewegt liegt, bekommt eine Lungenentzündung, Druckstellen, eine Thrombose — und bei Menschen über sechzig liegt die Sterblichkeit im ersten Jahr nach einem Hüftbruch je nach Studie zwischen zwanzig und dreißig Prozent. Der kürzeste Weg zum Operationssaal ist deshalb medizinisch der wichtigste. Für die Menschen im Distrikt Saran, fast vier Millionen, verläuft dieser Weg nun nicht mehr über die Landstraße nach Patna.

Bezahlt wurde die Operation über Ayushman Bharat, das staatliche Gesundheitsprogramm, das Kliniken nicht einzelne Posten erstattet, sondern feste Pauschalen: Implantat, Narkose, Bett, Nachsorge in einem Betrag. Für Bharat Ram bedeutete das eine Rechnung über null Rupien. Für das Krankenhaus bedeutet es, dass die Erstattung im Haus bleibt.

Das Verfahren selbst ist alt. Die bipolare Prothese wurde 1974 beschrieben, der erste metallene Hüftkopf 1940 in South Carolina eingesetzt. Neu ist nur, wo er nun eingesetzt wird.