Der Vater war ein anerkannter Meister — er erhielt einen State Award für den Bau des Santoor, jener trapezförmigen Kastenzither, die mit rund hundert Saiten über etwa 25 Stegen bespannt wird und mit zwei leichten Schlägeln aus Walnussholz gespielt wird. Der Sanskritname ist schlicht eine Zählung: shata-tantri veena, hundertsaitige Veena.

Dar baut heute mehr als nur den Santoor. Aus seiner Werkstatt kommen Rabab, Saz-e-Kashmir, kaschmirische Sitar, Surnai — und die Sikh-Rabab, deren Linie sich auf Bhai Mardana zurückführt, den muslimischen Musiker an der Seite Guru Nanaks. Bestellungen erreichen ihn aus ganz Jammu und Kaschmir und aus anderen Teilen Indiens. Er arbeitet auf Zuruf, nie auf Vorrat.

Dieses Handwerk ist mein Lebensunterhalt. Nicht viele lernen diese Kunst noch — aber ich möchte sagen: Jeder sollte mit der Kunst verbunden bleiben.

Die Instrumente, die Dar fertigt, gehören zur Sufiana Mausiqi, der klassischen Musik Kaschmirs. Deren Ensembles hatten jahrzehntelang einen verlässlichen Auftraggeber: Radio Kashmir Srinagar, seit 1948 auf Sendung, hielt Musiker in fester Anstellung — und damit auch die Werkstätten, die sie ausrüsteten.

Das Maulbeerholz selbst ist in Kaschmir reichlich vorhanden, wird aber kaum für Instrumente gepflanzt. Die Bäume stehen dort für die Seidenraupenzucht; das Holz für einen Santoor ist im Grunde ein Nebenprodukt der Seidenindustrie. Vor dem Schnitzen muss es ein Jahr oder länger lagern — Zeit, die in Dars zwei Monaten noch gar nicht enthalten ist.

In Srinagar arbeitet Ghulam Mohammad Zaz in einer kleinen Werkstatt am Zaina Kadal, achte Generation seiner Familie, 2022 mit dem Padma Shri geehrt. Einen Nachfolger hat er nicht. Sein Fall ist zum Bezugspunkt aller Berichte über das Schwinden dieses Berufs geworden.

Dar sagt, wer das Handwerk beherrsche, könne davon gut leben. Was fehle, seien gezielte staatliche Programme und institutionelle Anerkennung für die Instrumentenbauer. Die Strukturen existieren — das Craft Development Institute in Srinagar seit 2005, die Handwerkskarten der J&K-Handicrafts-Behörde. Die Frage ist, wen sie erreichen.

In Narbal liegt derweil das nächste Stück Holz bereit.