Michael Matchitt kam aus Aotearoa Neuseeland nach Rarotonga, an der Spitze einer Gruppe von Schnitzern von Tātai Hononga, organisiert mit der Aotearoa Society of the Cook Islands. An seiner Seite arbeitete Miraka Davies, Partnerin und Koordinatorin des Austauschs, und mit ihnen die Schnitzer aus dem Ort. Nicht als Gäste, die vorführen, sondern als Handwerker unter Handwerkern, jeder mit seinem eigenen Verhältnis zum Holz.

Die Richtung der Reise ist dabei keine Nebensache. Auf der anderen Seite Rarotongas, in Ngatangiia, steht am Hafen von Avana ein Steinmonument, das sieben vaka nennt — darunter Takitumu, Tainui und Te Arawa. Von hier, sagt die Überlieferung, brachen die Kanus nach Aotearoa auf. Die Nachfahren jener Reisenden kehren nun mit dem Schnitzeisen zurück.

Auch das Wort marae reist zwischen den Inseln und ändert dabei seine Bedeutung. Auf den Cookinseln bezeichnet es die offenen Steinplattformen wie Arai-te-Tonga, das ganz in der Nähe in Tupapa liegt, mit dem aufrechten Pfeiler, an dem einst der Titel des Makea Karika ariki verliehen wurde. In Aotearoa meint es eine ganze Anlage um ein Versammlungshaus — und genau das entsteht jetzt hier.

Neuseelands Hochkommissarin Catherine Graham nannte das Projekt „einen schönen Ausdruck der tiefen und dauerhaften Verbindungen“ zwischen beiden Ländern, im Einklang mit der Stärkung zwischenmenschlicher Beziehungen und dem Reichtum pazifischer whakapapa.

Diese beiden letzten Zahlen erklären, warum ein solches Haus überhaupt gebaut wird. Seit die Cookinseln 1965 in freier Assoziierung mit Neuseeland die Selbstverwaltung erhielten, halten Cookinsulaner neuseeländische Pässe; ein eigenes Bürgerrecht gibt es nicht. Die Folge: Weit mehr Menschen mit Cookinsel-Wurzeln leben in Neuseeland, vor allem in Auckland, als auf den Inseln selbst.

Die Schnitzkunst der Cookinseln hat eine Lücke, die man an den Museen ablesen kann. Nach der Ankunft der Missionare in den 1820er Jahren wurden viele der Stabgötter Rarotongas und der Fischergottfiguren abgegeben oder zerstört; die erhaltenen Stücke liegen im British Museum und in anderen Sammlungen in Übersee, nicht auf den Inseln.

Was in Tupapa entsteht, füllt diese Lücke nicht — es tut etwas anderes. Es setzt die Arbeit fort, an der Stelle, an der sie unterbrochen wurde, mit Werkzeugen von heute und Händen von hier. Zweieinhalb pou fehlen noch.