Die junge Forscherin von der Universität für Wissenschaft und Technologie in Shandong untersuchte das Fossil im Rahmen eines Innovationsprogramms unter der Leitung von Gai Zhikun. Das Tier, das nun den Namen Duanerwuxiajiaoyu trägt – was übersetzt so viel wie „Kurzohr-Eulen-Panzerfisch“ bedeutet –, gehört zur Gruppe der Galeaspida. Diese Wesen trugen massive, knöcherne Kopfschilde, die sie wie kleine, gepanzerte Galeeren durch die flachen Küstengewässer des Devon steuerten.

Das Besondere an diesem Fund sind zwei markante, seitlich abstehende Fortsätze am Kopfschild. Sie erinnern in ihrer Form so frappierend an die Federohren einer Sumpfohreule, dass der Vergleich zum Namensgeber wurde. Für die Wissenschaft ist dieser anatomische Schmuck weit mehr als eine Kuriosität: Es ist das erste Mal, dass ein solcher „Flügelschlag“ im Stein bei einem Vertreter der Ordnung Polybranchiaspida nachgewiesen werden konnte.

Die phylogenetische Analyse ordnet die Neuentdeckung präzise in den Stammbaum ein. Sie steht als evolutionäre Brücke zwischen den primitiven Gubinaspidae und den höher entwickelten Formen ihrer Art. Damit liefert Zhang Ruirui den materiellen Beleg für eine Hypothese, die der Akademiker Zhu Min bereits Jahrzehnte zuvor aufgestellt hatte. Es ist ein Moment der Bestätigung, in dem sich theoretische Vorhersage und physische Wirklichkeit im Gestein treffen.

In einer Geste der akademischen Ehrerbietung widmeten die Autoren ihre Arbeit der Pionierin Zhang Miman zu ihrem 90. Geburtstag. So verbindet dieser Fund im „Königreich der alten Fische“ drei Generationen von Suchenden: Die Studentin, die den Stein klopfte, den Lehrer, der sie anleitete, und die Nestorin, die den Weg für die Paläontologie in China ebnete. Es ist die stille Beständigkeit der Forschung, die hier, fernab der großen Metropolen, ein weiteres Puzzleteil der Naturgeschichte geborgen hat.