Einen Monat lang, von Ende Juni bis Ende Juli, arbeitete die Mannschaft südlich der Inseln im südlichen Karibischen Meer. Sie kartierte 11.335 Quadratkilometer zuvor unvermessenen Meeresbodens und fand 25 aktive kalte Quellen — Ökosysteme, die dort entstehen, wo Methan und andere Gase aus dem Untergrund entweichen. Eines davon erstreckte sich über mehr als 2.000 Quadratmeter. 219 Blasenströme markierten die Austrittsstellen.
Das Gas stammt aus demselben Kohlenwasserstoffsystem, das Trinidad und Tobago zum größten Öl- und Gasproduzenten der Karibik gemacht hat; kommerziell gebohrt wird hier seit 1857. An Land tritt dasselbe Methan in einer Kette von Schlammvulkanen aus, etwa bei Devil's Woodyard nahe Princes Town, das zuletzt 2018 ausbrach. Was oben die Wirtschaft trägt, ernährt unten Tiere, die kein Sonnenlicht kennen: Sie leben von Bakterien, die Methan und Schwefelwasserstoff verstoffwechseln. Solche Gemeinschaften waren der Wissenschaft bis 1984 unbekannt.
Die Kamera des Tauchroboters hielt Tiefseehaie fest, fleischfressende Schwämme, Springkrebse und Eidechsenfische. Und den Kadaver eines Mobula-Rochens, an dem Krabben und Würmer arbeiteten.
Unter den mehr als 700 Exemplaren vermuten die Forscher mindestens zwanzig neue Arten, darunter einen möglicherweise unbeschriebenen Oktopus der Gattung Graneledone. Von einem Weibchen dieser Gattung ist bekannt, dass es sein Gelege in einem kalifornischen Canyon 53 Monate lang bewachte, ohne dass es je beim Fressen beobachtet wurde.
Der entscheidende Satz dieser Expedition steht aber nicht im Fundprotokoll, sondern in der Frage, wohin die Tiere gehen. Sie bleiben da. Die Sammlung geht an das Zoologische Museum der University of the West Indies und vervielfacht dessen Tiefseebestand um das Zwölffache.
Die Region kennt die andere Variante gut: Fremde kommen, nehmen Daten mit und fahren wieder ab.
Amon nennt das Fallschirm-Wissenschaft. Sie selbst hat den Weg nach außen genommen — Promotion in Southampton, drei Jahre Hawai'i, ein Stipendium am Natural History Museum in London, eine Stelle in Santa Barbara. Sie ist zurückgekommen, und sie hat die Sammlung mitgebracht statt sie fortzuschaffen. Wer künftig auf diesen Inseln über die Tiefsee arbeiten will, muss dafür nicht mehr das Land verlassen.