Adrià Sallés, Professor an der Universität in Terrassa, beobachtet, wie innerhalb von nur fünfzehn Minuten aus gewöhnlichem Klempnerbedarf ein fahrbarer Untersatz wird. Was als Abschlussarbeit an der Universitat Politècnica de Catalunya begann, ist in den ländlichen Regionen um Tororo zur praktischen Notwendigkeit geworden. Hier, wo die unbefestigten Lateritpisten in der Regenzeit zu tiefem Schlamm aufweichen, versagen die filigranen Rollstühle aus westlicher Produktion meist nach wenigen Wochen.

Die Logistik der Hilfe ist oft ihr eigenes Hindernis. Da Uganda ein Binnenland ist, müssen medizinische Hilfsmittel über den Hafen von Mombasa in Kenia eingeführt und über 900 Kilometer auf dem Landweg transportiert werden – ein Weg, der die Kosten in die Höhe treibt und die Geräte für die lokale Bevölkerung unerschwinglich macht.

Sallés hat verstanden, dass echte Hilfe nicht in der Lieferung von Hochtechnologie liegt, die niemand vor Ort warten kann. Die Rohre für seine Konstruktion stammen aus ugandischen Fabriken und sind in jedem regionalen Baumarkt vorrätig. Wenn ein Reifen platzt, kann jeder Fahrradflicker am Straßenrand die Reparatur übernehmen. Es ist eine Architektur der unmittelbaren Nähe, die darauf setzt, dass nicht Experten, sondern Angehörige den Stuhl mit einfachen Bolzen und Muttern selbst zusammenbauen.

Mit der Unterstützung des Roten Kreuzes und der Fundació Isidre Esteve bereitet Sallés nun eine digitale Plattform vor, um die Baupläne weltweit frei zugänglich zu machen. Es ist der Versuch, die Würde eines Menschen von der Komplexität globaler Lieferketten zu entkoppeln.