Sie kommen von der Goethe-Schule in Boulogne, San Isidro, einer Gegend im Norden von Buenos Aires, in der niemand ein Haus aus Erde baut. Seit vierunddreißig Jahren schickt die Schule ihr Programm Aprendizaje Solidario en Servicio in diese Region; Vizedirektorin Cecilia Barrio und Koordinator Sebastián Nicoli führen es, die Architektin Carolina Tobar vom Studio AtelierM bringt bei, wie ein Haus steht, das halten soll.

Rund drei Jahrzehnte lang reisten die Schüler in den Norden, ohne zu bauen. Erst im vergangenen Jahr wurde das erste Haus fertig.

San José del Boquerón liegt am linken Ufer des Salado, etwa neunzig Kilometer südwestlich von Monte Quemado. Die Gemeinde misst ungefähr sechzig mal sechzig Kilometer, die Menschen verteilen sich auf fast hundert Weiler; die Schule arbeitet mit 23 von ihnen. Die Familien leben von dem, was der Wald hergibt, von Ziegen und Rindern, von Bienen, von Leder und Webarbeit. Wem das Land gehört, ist seit Jahren strittig.

In einem der Häuser wohnen nun Enzo und María mit ihrem Sohn Santino, elf Jahre alt. Enzos Vater Domingo ist in der Olivenernte, wenn die Saison ruft. Und Mary Quadri, achtzig, unterrichtet seit mehr als fünfzig Jahren in Boquerón — sie hat Generationen kommen und gehen sehen, auch die aus Buenos Aires.

Der Name des Ortes ist älter als alles, was dort heute steht. 1735 gründete der Priester José Teodoro Bravo auf Bitten der Vilela eine Reduktion am Salado; rund 1.500 Menschen lebten dort zeitweise, mehr als heute im Ort wohnen.

Das Geld für die Reisen und das Material kommt nicht aus einem Budget. Es kommt aus Solidaritätsessen und Sammlungen in der Schulgemeinschaft — Teller für Teller, bis ein Haus daraus wird.

Was die Schüler mitnehmen, wiegt weniger als der Lehm, den sie zurücklassen.