Teobaldo kam am 5. April 1872 zur Welt, ein halbes Jahr nach dem Lei do Ventre Livre, jenem Gesetz, das Kinder versklavter Mütter für frei erklärte — und den Sklavenhaltern zugleich erlaubte, sie bis zum 21. Lebensjahr zu behalten. Er entkam der Sklaverei, arbeitete danach jahrelang unbezahlt für Familien der Gegend und kaufte schließlich Land von dem, was ihm seine Heilkunst einbrachte. Er war benzedor, ein Segner, und was er dafür bekam, wurde zu Boden.

Seine Werkzeuge blieben erhalten: Heilkräuter in einer Ledertasche, ein hölzerner Altar mit Heiligenfiguren, Kaurimuscheln, Gebetsketten. Mit Maria da Glória hatte er zehn Kinder. Aus deren Häusern wuchs die Siedlung, die 2003 nach anthropologischer Untersuchung von der Fundação Palmares als Quilombo anerkannt wurde. Die Nabelschnüre der Neugeborenen wurden unter der Dachtraufe vergraben — damit die Nachkommen an das Land gebunden blieben.

Weitergegeben wurde all das nicht schriftlich, sondern in Erzählrunden am Holzofen, wo jeder ein Stück der gemeinsamen Erinnerung beisteuerte. Teobaldo war griô, Hüter dieser Kette. In einem Zeitungsgespräch von 1983, ein Jahr vor seinem Tod, sagte er über seine Kinder: sie seien glücklich, er habe sie großgezogen, ihnen geraten, sie gelehrt, die Älteren zu achten und in der Ehre der Menschen zu arbeiten.

Die Zertifizierung bestätigt, wer man ist; sie verschafft kein Land. Und das Land, das da ist, hält nicht immer. Im September und November 2023 und erneut im Mai 2024 trat der Taquari über die Ufer, spülte die Ernten von São Roque fort und schnitt die Gemeinschaft mehr als 22 Tage lang von Strom, Leitungswasser und Straße ab. Vertreter der Vereinigung gingen in den Gemeinderat und baten um Stützmauern und eine reparierte Zufahrt.

Eine Studie der UFRGS hat inzwischen katalogisiert, was in São Roque lebendig geblieben ist: das Wissen um die Heilkräuter, die Verehrung der Nossa Senhora da Imaculada Conceição, den Tanz Amaé Axé, das Haus von Dárcio Geraldo und Maria Rita als Ort der Erinnerung. Sie steht in einem Universitätsarchiv.

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