Denn es gibt keinen anderen Weg, sicher zu sein. Das Ziel bei dieser Operation ist der ventrale intermediäre Kern des Thalamus, kaum größer als eine Erbse. MRT- und CT-Aufnahmen vor dem Eingriff hatten der Chirurgie den fehlerhaft arbeitenden Zellverband gezeigt, der das Zittern erzeugte. Aber Bilder sagen nicht, ob die Spitze der Sonde wirklich dort liegt, wo sie liegen soll. Das sagt nur der Mensch, der wach ist: ob seine Sprache klar bleibt, ob die Finger nicht taub werden, ob die Hand ruhig wird.

Khaders Team arbeitete mit thermischer Radiofrequenz-Ablation. Die Spitze wird auf etwa 70 bis 80 Grad erhitzt, rund eine Minute lang, und hinterlässt eine Läsion von wenigen Millimetern. Üblich ist zuvor eine Probeerwärmung bei geringerer Temperatur — der Patient soll dann die Hand ausstrecken, eine Spirale zeichnen, aus einer Tasse trinken. Erst wenn das gut geht, folgt der endgültige Schritt.

Diesmal ließ sich der Erfolg nicht nur prüfen, sondern beobachten, Moment für Moment. Ein Videoausschnitt, den Khader teilte, zeigt die zitternde Hand im Licht der Operationslampen und dann, unvermittelt, eine ruhige. In Ägypten verbreitete sich der Ausschnitt weit.

Die Methode ist älter, als sie klingt. Khader verweist auf Lars Leksell, der am Karolinska-Institut in Stockholm 1949 seinen stereotaktischen Bogenrahmen baute — das Instrument, mit dem man von außen einen Punkt im Inneren des Kopfes anzielen kann. Ein Jahr später behandelte er damit Tremor.

In Europa und Nordamerika geriet die Ablation aus der Mode, als in den neunziger Jahren die tiefe Hirnstimulation verfügbar wurde: eine dauerhaft implantierte Elektrode, einstellbar, umkehrbar, aber mit Batterie unter dem Schlüsselbein, mit Wechseln und mit Kontrollterminen. Die Ablation verzichtet auf beides. Wo Gerätekosten und wiederholte Anfahrten eine Hürde sind, ist das kein Rückschritt, sondern ein Argument.

Behandelt wird in der Regel nur eine Gehirnhälfte, die für die dominante Hand — Eingriffe auf beiden Seiten erhöhen das Risiko dauerhaft mühsamer Sprache. Wer den Weg zur Operation findet, hat meist Jahre hinter sich: Handschrift, Löffel, Rasierer, Tastatur, eines nach dem anderen wird unmöglich, und die Medikamente der ersten Wahl haben versagt.

Zehn Jahre hatte dieser Mann das ertragen. Der Effekt hält, sagt Khader, ein Leben lang, sobald der verantwortliche Fokus stillgelegt ist.