Die Antwort des Teams war ein hybrider Eingriff, offene Chirurgie und Katheter in einer einzigen Sitzung. Zuerst der Zufluss: eine CERAB-Rekonstruktion der Aortengabel, ein Verfahren, das niederländische Gefäßspezialisten um 2013 beschrieben, um die Verzweigung mit gedeckten Stents wieder in eine Geometrie zu bringen, die der natürlichen nahekommt.

Dann der eigentliche Kunstgriff. Von der äußeren Beckenarterie legten die Chirurgen eine Omniflow-Prothese zur Kniekehlenvene — und leiteten arterielles Blut in das Venensystem um. Ein Stent in der hinteren Schienbeinvene führte es weiter hinunter bis zum Fuß. Der Gedanke selbst ist alt: Der Physiologe François-Franck schlug 1881 vor, den Fluss in den Venen eines bedrohten Beins umzukehren, und 1912 versuchten Halsted und Vaughan es am Menschen. Ein Jahrhundert lang blieben die Ergebnisse schlecht, das Verfahren geriet aus der Mode und kehrte erst mit den Kathetertechniken der letzten Jahre zurück.

Die Prothese, die nun im Bein des Mannes liegt, ist kein Kunststoffschlauch. Ein Polyestergeflecht wächst rund zwölf Wochen lang unter der Haut eines Schafes ein, das Tier legt sein eigenes Kollagen darum; erst dann wird das Gewebe geerntet und aufbereitet. In den Vereinigten Staaten ist das Produkt nicht zugelassen — allein deshalb wäre dieser Eingriff dort kaum zu wiederholen.

Nach Kenntnis des Teams wurde die Verbindung aus Omniflow-Transplantat und Stent in der hinteren Schienbeinvene so noch nirgends durchgeführt. Trainini betont dabei weniger die Technik als den Ort: ein Provinzkrankenhaus in Sarandí, getragen vom Gesundheitsministerium der Provinz Buenos Aires, in dem die Behandlung nichts kostet.

Der Fall wurde Anfang September publiziert. Für den Mann, dessen Namen die Veröffentlichung nicht nennt, bedeutet er, dass er den Weg über den Riachuelo zurück nach Hause zu Fuß antreten konnte.